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Dokumentationen | 22.05.2009

Eine phantastische Reise oder Auf Wiedersehen, Cézanne!

 

Was passiert eigentlich mit einem Bild, das das Atelier eines Malers verlassen hat? Eine Spurensuche mit DW-TV vor dem Hintergrund eines zeitgeschichtlichen Panoramas von mehr als 100 Jahren (27. Mai).

 

Metropolitan Museum of Art, New YorkBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Metropolitan Museum of Art, New YorkDie größte Sammlung französischer Meisterwerke des 19. Jahrhunderts beherbergt das Metropolitan Museum of Art in New York. Aufgrund ausgedehnter Renovierungs- und Umbauarbeiten in den Galerien des 19. Jahrhunderts werden rund 150 Spitzenwerke der bedeutendsten Künstler dieser Zeit, Gemälde von Ingres, Corot, Courbet, Manet, Degas, oder Pissaro und Skulpturen von Rodin und Maillol, auf Reisen gehen. Vom 1. Juni bis 7. Oktober 2007 werden sie in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu sehen sein. Auch Paul Cézannes "Fischer " ist mit dabei. Das Metropolitan Museum of Art erstand es 2001. Berlin hätte es beinahe besessen. Was ist passiert? Damals, vor knapp 100 Jahren?

Alte Nationalgalerie, BerlinBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Alte Nationalgalerie, BerlinModerne französische Kunst in der Berliner Nationalgalerie – das Deutschland der Kaiserzeit war fassungslos. Hugo von Tschudi, der Direktor des Museums, kaufte nicht nur moderne Kunst des "Erbfeindes" für ein Haus, das der Deutschen Kunst gewidmet war, sie war auch äußerst umstritten: Impressionismus war ein Schimpfwort. Tschudi kaufte den ersten Cézanne, der je in ein Museum gelangte. Mit dem Ankauf eines weiteren Cézannes sollte er nicht mehr soviel Glück haben. Vermittelt über den Berliner Kunsthändler Paul Cassirer ging das Bild mit den vielen Namen - einmal hieß es "Julitag", einmal nannte man es "Sonntagnachmittag" oder "Flusslandschaft mit Fischern" – wieder an ihn zurück. Tschudi hatte sich mit dem Kaiser überworfen. Daraufhin kaufte Max Liebermann "den Cézanne mit dem weißen Segel". Der impressionistische Maler Liebermann stammt aus einer deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie, die sich in Berlin angesiedelt hatte und entscheidend die preußische Hauptstadt künstlerisch und kulturell mit prägte. 1935 starb Max Liebermann. Was geschah dann mit dem Bild?

Paul Cézannes Atelier, Aix en ProvenceBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Paul Cézannes Atelier, Aix en ProvenceDie Autorinnen Ulrike Sommer und Hanne Schön begeben sich auf eine ungewöhnliche Reise. Wo ist es entstanden? Durch wessen Hände ist es gewandert? Wie sehen die Orte heute aus? Was verbindet uns noch mit damals – aus der Sicht von heute? Ist die klassische Moderne womöglich wieder Avantgarde?

Cézannes "Fischer" wird zum Symbol für Kunst und Kunstmarkt, Liebe und Leidenschaft zur Malerei, für den Kampf um die Moderne – "so alt, so neu".

 
 

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