Nach fast 18 Jahren rollt wieder ein Zug von Belgrad nach Sarajevo. Ein Symbol der Hoffnung. Die Zugverbindung war zu Beginn des Bosnien-Krieges eingestellt worden.
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Serbien/Bosnien-Herzegowina: Mit dem Zug ins Feindesland
Die Strecke Belgrad - Sarajevo ist wieder in Betrieb. Seit dem Bosnienkrieg war sie für 18 Jahre unterbrochen. Jetzt soll sie verbinden, was der Krieg einst auseinanderriss.
Belgrad - Sarajevo ist wohl die historisch wichtigste Verbindung auf dem Balkan. Entsprechend komfortabel war der Zug vor dem Krieg ausgestattet. Jetzt sieht er etwas zusammengewürfelt aus: Der Speisewagen ist serbisch, die beiden anderen Waggons stammen aus Bosnien - je einer aus der serbischen Teilrepublik Republika Srpska und aus der muslimisch-kroatischen Föderation. An jeder Grenze wird die Lokomotive gewechselt. Das kostet viel Zeit. So hat die neue Verbindung vor allem eine starke symbolische Bedeutung: Die einst sich bitter bekämpfenden Staaten wollen ihre Beziehungen verbessern.
Nordirland: Junge Terroristen
Der lange Weg zur Autonomie in Nordirland ist fast abgeschlossen. London will im April die Verantwortung für Justiz und Polizei an die Iren übertragen. Das nordirische Parlament hat einem entsprechenden Abkommen zwischen Katholiken und Protestanten zugestimmt. Doch immer noch gibt es erbitterte Gegner der Aussöhnung.
Im März vergangenen Jahres starben in Nordirland zwei britische Soldaten und ein nordirischer Polizist bei Attentaten. Und vor wenigen Wochen explodierte eine Autobombe vor einem Gerichtsgebäude der Stadt Newry. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden. Die Täter gehören zu Splittergruppen der Irisch-Republikanischen Armee. Sie wollen den Friedensprozess weiter torpedieren. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Zwischenfällen: Steinwürfe auf Polizisten, zerstochene Autoreifen oder eingeworfene Fensterscheiben – so soll der Konflikt am Köcheln gehalten werden.
Niederlande: Zwangsarbeit für Sozialhilfeempfänger
Ein Pilotprojekt in Rotterdam soll die Reintegration von Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen unterstützen. In Supermärkten Tüten packen oder bei der Stadtreinigung mit anpacken. Einige Kritiker sprechen von Zwangsarbeit.
Die Stadt Rotterdam geht mit ihrem Projekt „Werkland“ neue Wege. „Werkland“ stellt Sozialhilfeempfänger an, die für ihre Arbeit rund 1000 Euro netto bekommen. Die Stadt zahlt keine Sozialhilfen mehr, finanziert aber dafür das Unternehmen. Die Betroffenen müssen dafür verschiedene Arbeiten annehmen. Den Begriff „Zwangsarbeit“ lehnen die Initiatoren gleichwohl ab. Sie wollen Arbeitslose oder gering Qualifizierte besser in die Gesellschaft integrieren. So gibt es neben der Arbeit auch ein sprachliches Schulungsangebot.
Serie: Die andere Seite – Geschichten vom Brückenschlag in Europa
TEIL 7: Deutschland: Die Hochzeitsbrücke auf Rügen - Die wieder aufgebaute Seebrücke Sellin ist eine von nur drei Seebrücken in Deutschland.
Das Brückengebäude mit Palmengarten und Kaisersaal lässt die 20iger Jahre wieder aufleben. Und es gibt dort auch ein Standesamt: Brücken haben eine besondere Anziehungskraft für Heiratswillige. Sie stehen für das, was sich die Ehepartner zum Ziel nehmen. Lebenslang eine Brücke zueinander zu schlagen. Tatsächlich wird aber in Europa inzwischen jede zweite Ehe geschieden. Ist die Ehe in Europa ein Auslaufmodell oder wieder im Kommen? Für die Trau(m)paare in Sellin ist das keine Frage.