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Full episode 19.03.10 | 19:30 - 20:00 UTC

Quadriga - Der internationale Talk

Israelische Siedlungspolitik - fehlt der Wille zum Frieden?

Ausgerechnet beim Besuch von US-Vizepräsident Biden in Jerusalem kündigte die israelische Regierung den Bau von 1600 Wohnungen im annektierten arabischen Ostteil der Stadt an. Eine Provokation für den Freund, der Vermittler im Nahostkonflikt ist, und ein Schlag ins Gesicht der Palästinenser, die den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates beanspruchen.

Der Bau israelischer Häuser und Siedlungen in Ostjerusalem und im Westjordanland ist international geächtet und widerspricht dem Geist von Abmachungen, deren Einhaltung selbst Israel versprochen hat. Ist die Leitidee, dass Israel und ein palästinensischer Staat in Zukunft nebeneinander in Frieden existieren können, damit hinfällig? Palästinenserpräsident Abbas jedenfalls weigert sich in der jetzigen Situation, am Verhandlungstisch Platz zu nehmen.

Die deutsche Kanzlerin spricht von einem „schweren Rückschlag für jegliche Friedensmission in Nahost. Europas Außenbeauftragte Ashton bezeichnet Netanjahus Handlungsweise als illegal. Der Ton wird rau, und Israel muss sich fragen lassen, ob es überhaupt noch an einer gemeinsamen Lösung des Konfliktes interessiert ist.

Unsere Gäste waren:

Igal Avidan – In Israel aufgewachsen, arbeitete er nach seinem Studium als freier Journalist für die Tageszeitungen „Haaretz“ und „Davar“, sowie das Magazin „Massa Acher“ in Tel Aviv. 1993 kam er als Korrespondent nach Deutschland, wo er an der Freien Universität Berlin sein Studium der Politikwissenschaften abschloß. Heute arbeitet er als freier Berichterstatter für israelische Zeitungen wie die „Jerusalem Report“ und auch für deutsche Medien.

Jan Kuhlmann – Der Berlin-Korrespondent des Rheinischen Merkur hat sein Handwerk von der Pieke auf gelernt. Nach seinem Studium der Geschichte und Islamwissenschaften in Hamburg machte er zunächst ein Volontariat bei den Kieler Nachrichten und arbeitete später für verschiedene Medien. Sein beruflicher Werdegang führte ihn auch in den Nahen Osten. Er studierte Arabisch an der American University of Cairo, machte als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung ein Praktikum in Ramallah und arbeitete später für die dpa in Tel Aviv.

Raif Hussein - Der diplomierte Wirtschaftsinformatiker kommt zum Studium nach Deutschland. Hier absolviert er auch sein zweites Studium in Politikwissenschaften, Soziologie und Sozialpsychologie. In seiner Dissertation analysiert er das Thema „politischer Islam“. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit schreibt er für verschiedene deutsche und arabische Medien. Er ist Mitglied der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und Vorsitzender der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft.

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